06 Zwischen Bleiben und Gehen


06 Zwischen Bleiben und Gehen

Artikel-Nr.: 978-3-938414-48-4
16,90


Juden in Ostdeutschland 1945 bis 1956

Zehn Biographien.

Andreas Weigelt, Hermann Simon (Hg.)

240 Seiten, zahlr. Abb., Format 17 x 23 cm, broschiert, ISBN 978-3-938414-48-4

Die wenigen überlebenden Juden in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands und dem Sowjetischen Sektor Berlins gerieten bald nach ihrer Befreiung zwischen die Fronten des Kalten Krieges. Durch ihre Überlebensumstände während der nationalsozialistischen Verfolgung, durch ihre Forderung nach Entschädigung, ihr Eintreten für den Staat Israel oder auch nur durch ihre „bürgerliche Lebensweise“ erschienen sie in den Augen der Besatzungsmacht und der SED-Führung als fremde oder sogar „feindliche Elemente“. Mit der Spaltung Deutschlands und den stalinistischen Säuberungen in Osteuropa, die in antisemitischen Strafprozessen gipfelten, sahen sich nicht nur Kommunisten, die jüdischer Herkunft waren oder der Jüdischen Gemeinde angehörten, besonderen Anfeindungen ausgesetzt. Die jüdischen Gemeinden als solche wurden mehr und mehr als westliche oder israelische Agentenzentralen betrachtet. Als mitunter „jüdische Nationalisten“ wurden sowohl Gemeindemitglieder wie auch jüdische Kommunisten von der Staatssicherheit überwacht. Mit der Massenflucht Hunderter Juden aus der DDR Anfang 1953 verloren die Jüdischen Gemeinden in der DDR einen großen Teil ihrer Autonomie. Das Buch dokumentiert anhand von zehn ausgewählten Lebensläufen das Spektrum der politischen Repression in Ostdeutschland, die sich im Kontext des Kalten Krieges massiv antijüdischer Inhalte bediente.

Das Buch zur Ausstellung im Centrum Judaicum Berlin,

ab 06.04.2008.

Hermann Simon…

…als Sohn der Berliner Professorin/Dozentin für Altphilologie und Philosophiehistorik Marie Simon wuchs Hermann Simon in Ostberlin auf. Er studierte an der Humboldt-Universität Berlin Geschichte und Orientalistik, mit anschließendem Graduiertenstudium in Prag. Von 1975 bis 1988 arbeitete er bei den Staatlichen Museen zu Berlin. Seit der Wiedererrichtung 1988 ist er Direktor der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum.

Andreas Weigelt…

…ist Historiker, lebt und arbeitet in Lieberose, Forschungen zum Nationalsozialismus und zur SBZ/DDR, zahlreiche Veröffentlichungen.

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